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23.06.2009 00:00 Alter: 8 yrs

Vorstand droht die Haftung für Anlegergelder

Kategorie: Göttinger Gruppe
Von: Hauke Maack

Vorstand droht die Haftung für Anlegergelder

Die durch den Insolvenzverwalter Prof. Rattunde beauftragte Wirtschaftsprüfung hat in einem uns vorliegenden Text angegeben, daß die Securenta AG bereits seit dem 31.12.2002 zahlungsunfähig gewesen sei. Dies kann für die Mitglieder des Vorstandes eine weitreichende Haftung zur Folge haben.

Der Insolvenzverwalter hat Auszüge eines Gutachtens der Wirtschaftsprüfung vorgelegt. Diese hat eine Auswertung der Zahlungssituation der Securenta AG vorgenommen. Die Wirtschaftsprüfung kommt zu dem Ergebnis, daß per 31.12.2002 bereits Zahlungsunfähigkeit vorgelegen habe. So hätten zu diesem Stichtag bereits Schulden in Höhe von fast 700.000 € bestanden. Diese seien dann bis Ende 2005 auf fast 1,8 Millionen angestiegen.

Wenn in einem Unternehmen die sog. Insolvenzreife eingetreten ist, hat die Geschäftsführung bzw. der Vorstand das Insolvenzverfahren einzuleiten. Geschieht dieses nicht, bestehen für die Geschäftsführung zweierlei Gafahren. Zum einen ist zu befürchten, daß die Strafverfolgungsbehörden sich wegen einer Insolvenzverschaleppung mit dem Fall näher auseinander setzen. Zum anderen droht den Mitgliedern des Vorstandes auch die zivilrechtliche Haftung. Dadurch, daß das Insolvenzverfahren nicht eingeleitet wurde, haben Anleger auf den Fortbestand des Unternehmens vertraut und weiterhin regelmäßig Gelder eingezahlt. Durch die rechtzeitige Stellung eines Insolvenzantrages hätte dieses verhindert werden können. Diese Pflichtenverletzung kann dann als Haftungsgrund zum Anlaß genommen werden. Anleger, die an die "Göttinger Gruppe" nach dem 31.12.2002 noch Gelder eingezahlt haben, hätten bei einer richtigen Vorstandshandlung Anlegergelder sparen können. Dem Vorstend droht hier der Regreß. Bereits der frühere Insolvenzverwalter Peter Knöpfel hatte trotz der Insolvenz noch Gelder entgegen genommen. Wenn die dort bekannt gewordenen Zahlungen hochgerechnet werden, könnte sich eine Summe von 6 - 10 Millionen € ergeben, die noch nach dem 31.12.2002 zu Unrecht von Anlegern gezahlt wurden.

Als Weiteres erscheint die Frage, ob solche Forderung wirtschaftlich durchsetzbar sein werden. Nach unseren Recherchen liegen gegen die Personen, die per 31.12.2002 Vorstandsmitgleider waren, keinerlei Insolvenzverfahren vor. Im Gegenteil weisen die Auskünfte von Wirtschaftsauskunfteien sogar auf Vermögensgegenstände bzw. Firmenbeteiligungen hin.

Anleger, die also nach dem 31.12.2009 noch Zahlungen an die "Göttinger Gruppe" erbracht haben, können daher prüfen, bzw, prüfen lassen, ob sie diese Zahlungen nicht von den Vorstandsmitgliedern zurück erhalten können. Wichtig ist, daß diese Möglichkeit vollkommen unabhängig von der Frage besteht, ob es noch Ausschüttungen aus der Insolvenz der "Göttinger Gruppe" geben wird.


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