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14.07.2010 17:25 Alter: 7 yrs

EX-IKB-Chef verurteilt

Kategorie: IKB
Von: Hauke Maack

Durch das Landgericht Düsseldorf wurde der ehemalige IKB-Chef zu einer 10-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Im Zusammenhang mit der Finanzkrise der IKB-Bank wurde nach Pressemitteilungen der frühere Chef der Bank zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Die Verurteilung sei wegen des Vorwurfs der Börsenmanipulation erfolgt. Neben der Freiheitsstrafe sei eine Geldauflage in Höhe von 100.000 € verhängt worden. Das Gericht kommt nach Pressemitteilung zu dem Ergebnis, dass durch den Ex-Chef das Milliardenproblem der IKB in einer Pressemitteilung im Juli 2007 irreführend beschönigt worden sei.

Die IKB wurde mit einem Betrag von rund 10 Milliarden Euro aus dem Steueraufkommen gerettet. Die strafrechtliche Verurteilung sei nicht wegen des Milliardenverlustes erfolgt, sondern das Gericht habe die Auffassung geäußert, dass der Ex-IKB-Chef in einer Pressemitteilung die Lage der Bank bewußt zu positiv dargestellt und damit Anleger zum vermehrten Aktienkauf verleitet habe. Wenige Wochen später habe die Bank nur auf Grund der Rettungsaktion des Staates vor dem Zusammenbruch bewahrt werden können. Das Gericht habe bereits im Mai mitgeteilt, dass der Ex-Chef wegen eine Täuschung der Anleger rechnen müsse.

Neben der strafrechtlichen Verurteilung kann der jetzige Richterspruch auch eine zivilrechtliche Komponente haben. Auf Grund der Verurteilung ist es nunmehr denkbar, dass betroffenen Anlegern Schadensersatzansprüche sowohl gegen den Ex-IKB-Chef, als auch gegenüber der Bank selbst zustehen können. Durch den Vorwurf der Marktmanipulation können sich bereits Schadensersatzansprüche für diejenigen Anleger ergeben, die nach der Pressemitteilung Papiere der IKB erworben haben. Der Vorwurf des Gerichtes lautet dahingehend, dass am 20. Juli 2007 eine stark geschönte Pressemitteilung erschienen sei und mit dieser Anleger wissentlich getäuscht worden seien. Anleger, die dementsprechend nach diesem Datum Papiere des Unternehmens erworben haben, könnten hiermit auch den zivilrechtlichen Vorwurf erheben, dass sie bei einer korrekten Berichterstattung die Papiere nicht erworben und dementsprechend den eingetreten Schaden nicht erlitten hätten. Grundsätzlich ist es auch denkbar, dass hier dieses "Fehlverhalten" des Ex-IKB-Chefs" der Bank selbst zugerechnet werden könne und daher das Unternehmen selbst in die Haftung geraten könne.

Mit der strafrechtlichen Verurteilung hat das Landgericht Düsseldorf jedoch Neuland betreten. Das Urteil gegen den Ex-IKB-Chef wird als erstes Urteil gegen einen deutschen Banker angesehen. Auch die zivilrechtliche Auseinandersetzung wird damit Neuland betreten. Betroffenen Anlegern wird daher die Überlegung nahe gebracht, sich durch einen auf das Anlegerrecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen.


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