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13.04.2011 10:49 Alter: 6 yrs

Kein Urteil des BGH zu Zertifikaten von Lehman

Kategorie: Freie Presse
Von: Freie Presse vom 13.4.2011

Anwalt: Verjährung droht!   Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofeshätte auch für Anleger, die Lehman-Wertpapiere bei anderen Banken erworben haben, Klarheit gebracht, schreibt Rechtsanwalt Hauke Maack

Beklagte Sparkasse zieht kurz vor Prozess Revision zurück und zahlt

FRANKFURT/MAIN - Erstmals sollte der Bundesgerichtshof (BGH) über Schadenersatzklagen von Lehman-Anlegern urteilen, doch kurz vor dem Verhandlungstermin machte die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) einen Rückzieher. Die Sparkasse nahm in zwei Fällen ihre Revision zurück. Die betroffenen Anleger würden entschädigt, sagte ein Sprecher des Instituts. Sie hatten auf Rat ihrer Sparkasse jeweils für mehrere tausend Euro Zertifikate der US-Investmentbank Lehman Brothers gekauft, die mit der Pleite des Bankhauses praktisch wertlos wurden.

Der BGH bestätigte die Rücknahme der Revision. Der für gestern angesetzte Verhandlungstermin wurde aufgehoben (Az. XI ZR 85/10 und XI ZR 294/10).Damit seien dieOberlandesgerichts-Urteile gegen die Frankfurter Sparkasse rechtskräftig.

Die Gegenseite warf der Sparkasse vor, die Öffentlichkeit eines BGH Verfahrens zu scheuen. „Die Resignation der Sparkasse kommt einem Sieg der Anleger gleich, auch wenn ich diesen Sieg gerne auf dem Spielfeld und nicht durch Aufgabe des Gegners erreicht hätte“, ließ Anwalt Matthias Schröder mitteilen. Die Fraspa hatte wie andere Sparkassen etlichen Kunden Lehman- Zertifikate verkauft, die mit der Pleite der US-Investmentbank September 2008 praktisch wertlos wurden.

Zwar nahmen 95 Prozent der etwa 5000 Betroffenen das Angebot der Fraspa zumRückkauf der Papiere zu 50 Prozent des Nominalwertes an. Dennoch sind nach jüngsten Angaben der Sparkasse noch etwa 125 Klagen anhängig.

Anwalt: Verjährung droht

Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes hätte auch für Anleger, die Lehman-Wertpapiere bei anderen Banken erworben haben, Klarheit gebracht, schreibt Rechtsanwalt Hauke Maack. Schlecht ist die Zurücknahme der Revision gleichwohl nicht, da sie zeigt, dass eine höchstrichterliche Entscheidung von der Bankenseite wohl vermieden werden soll. Wäre die Entscheidung zugunsten der Anleger ausgegangen, wäre wohl eine weitere Klagewelle gestartet worden. So aber läuft dieVerjährungsuhr zum Nachteil der Anleger weiter.

Die endgültige Verjährung der berechtigten Ansprüche der Lehman- Anleger droht in diesem Jahr einzutreten. In Anbetracht des als positiv zu wertenden Rückziehers der Sparkasse sollten Anleger ernsthaft überlegen, ob sie es auf den Verjährungseintritt ankommen lassen sollten. (dpa/db)

Quelle: Freie Presse vom 13.4.2011


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