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06.07.2011 13:02 Alter: 6 yrs

Caritas: Erkrankung setzt Umschüler matt

Kategorie: WAZ, Arbeitsrecht
Von: Der Westen: Recklinghausen, 05.07.2011, Helge Kondring

Recklinghausen/Herne. Arge stellte Förderung ein, und Altenheim kündigte fristlos   Jeder Auszubildende kann mal krank werden, auch für längere Zeit. Dadurch verlängert sich möglicherweise seine Ausbildungszeit. Doch ein Grund für die fristlose Kündigung des Ausbildungsverhältnisses ist das noch lange nicht, wie Hernes Arbeitsgerichtsdirektor Kröner der Caritas Schwester Riginalda gGmbH ins Stammbuch schrieb.

Die saß gestern mit Geschäftsführer Kaufmann, Einrichtungsleiterin Zynga und Justiziar Hopfenzitz vor dem Herner Arbeitsgericht, weil Umschüler Sch. (38) mit Rechtsanwalt Maack gegen das plötzliche Ende seiner Ausbildung zum Altenpfleger Klage erhoben hatte. Der Mann war über ein Jahr nach Beginn der dreijährigen Ausbildung im Heim an der Weißenburger Straße aufgrund privater Probleme psychisch erkrankt und hatte quasi sein zweites Ausbildungsjahr gefehlt. Die Bundesanstalt für Arbeit, die die Umschulung finanzierte, stellte wegen Überschreitung der zwölfwöchigen Abwesenheit wegen Krankheit die Zahlung der Ausbildungsbezüge ein.

Das Heim, das aufgrund seines Pflegesatzes nur einen Azubi pro Jahr beschäftigen kann, schickte den Umschüler nach Hause, „weil das Leistungsziel nicht mehr zu erreichen ist,“ so der Caritas-Justiziar. Nun hat sich auch noch die Rechtslage bei den Förderungen geändert. Die Arge übernimmt nur noch zwei der drei Jahre, so dass der Mann bei einem Neubeginn 2012 selbst bei neuer Förderung das dritte Jahr selbst finanzieren müsste. „Und das aus Gründen, die nicht im Einflussbereich meines Mandanten liegen,“ so Rechtsanwalt Maack.

Die ausgesprochene Kündigung, so Richter Kröner, habe mit der bisherigen Begründung, keine Chance. „Es mag zwar andere Gründe geben, doch die stehen nicht drin.“

Jetzt ist guter Rat teuer. Der Kläger will erneut zum Arbeitsamt, um mit neuer Förderung 2012 das zweite Umschulungsjahr neu zu starten. Kommt es zum Abbruch, droht ihm eine Rückzahlung von 15 400 Euro an die Arge. Ohne eine Lösung wird der Fall Mitte September entschieden.
(AZ 4 Ca 1138/11)


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